Regionale Geschichte allen zugänglich machen


Die Bürgerstiftung macht regionalgeschichtliche Schriften, Hörbeispiele, historische Zeitungen, Bilder und Landkarten im Internet für alle zugänglich: in einer Bibliothek, einer Audiothek, einer Sammlung von Zeitungsausschnitten, einer Galerie und bei den Karten.

Auf einen Blick

  • Zeitraum: seit 2014
  • Aufgabenfeld: Brauchtum und Heimat
  • Bereiche: Bibliothek, Audiothek, Ereignisse von Damals, Galerie, (Land-)Karten
  • Beteiligt: Stifter und Ehrenamtliche der Stiftung, Sprecherinnen und Sprecher, Seniorenbeirat, Druckerei Hellendoorn, Studio der Ems-Vechte-Welle
  • Zugang: kostenlos, online auf dieser Website

Worum geht es?

Mit diesem Projekt verwirklicht die Bürgerstiftung ihren Satzungszweck „Förderung des traditionellen Brauchtums und der Heimatpflege“. Texte, Aufnahmen, Karten und Bilder mit Bezug zu Bad Bentheim und der Grafschaft werden digitalisiert und auf der Website veröffentlicht. Die Texte in Frakturschrift wurden seitengetreu, somit zitierfähig, in heute übliche Schrift übertragen. So wecken wir Interesse auch für Jugendliche, die die alte Frakturschrift nicht lesen können.

Was wurde erreicht?

Bibliothek

Der Bentheimer Bürger Johannes Baumann hatte uns im Mai 2014 berichtet, dass er ein altes Schulbuch besitzt. Nun hatte er Sorge, dass es zerfällt und der Inhalt verloren geht: Ein Vater unterhält sich mit seinen drei Kindern in zwölf Abschnitten über die Entwicklung und Geschehnisse in der Grafschaft Bentheim um etwa 1821. Gründungsstifter Dr. Horst Otto Müller hat das Buch fotografiert, ein Digitalisat angefertigt und das Projekt auf die Website gesetzt.

Wir bieten über unsere Website eine „Gebrauchsanweisung“, eine launige Einleitung und dann das eigentliche Buch: Schulbuch über die Geschichte der Grafschaft Bentheim von 1821. (4 Seiten in Originalschrift, Buch in moderner Schrift). Beim 1. Bürgerbrunch im Juni 2014 und von Besuchern unserer Website wurden wir ermutigt, das alte Schulbuch drucken zu lassen. Im November 2014 ist es in einer Auflage von 500 Exemplaren erschienen (Druckerei Hellendoorn).

Neben dem Schulbuch von 1821 sehen Sie nun weitere grafschaftbezogene Auszüge aus:

  • Leonhard Christoph Sturm (1719): Topologische Anweisung Zu der heutigen Geographia Von Teutschland
  • Johann Heinrich Zedler (1738): Großes vollständiges Universal-Lexikon
  • Anton Friedrich Büsching (1770): Neue Erdbeschreibung – 7. Teil
  • P. F. Weddigen (1789): Neues westphälisches Magazin zur Geographie, Historie und Statistik
  • F. F. von Raet von Bögelscamp (1805): Beyträge zur Geschichte Westphalens
  • H. D. A. Sonne (1817): Erdbeschreibung des Königreichs Hannover
  • W. F. Visch (1821): Schulbuch über die Geschichte der Grafschaft Bentheim
  • F. Ewerbeck (1869): Das Schloß zu Bentheim (in: Deutsche Bauzeitung)
  • Udo Markanus (1877): Die Gräfinn Gertrud von Bentheim
  • Alfred Baumgarten (1894): Kneipp-Führer
  • Th. Hacke (1898): Bentheim und der Herrgott von Bentheim
  • Bentheimer Schützengeschichte (1937)
  • Bentheimer Schützengeschichte (1983)

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Audiothek

Die Bürgerstiftung hat durch Dr. Thomas Füser in der Technik mit Bernhard Heddendorp als Sprecher u. a. seine Hörgeschichte „Sparfest bei Bremer“ in Plattdeutsch und Hochdeutsch aufgenommen. Diese ist in der Audiothek auf dieser Website für jedermann hörbar. Hiermit verwirklichen wir unseren Satzungszweck „Förderung des traditionellen Brauchtums und der Heimatpflege“ in ganz besonderer Weise.

Neben den Hörgeschichten gibt es in der Audiothek einen Plattdeutsch-Kurs mit 16 Lektionen. Eine Plattdeutsch-Lehrerin aus Gildehaus hat ihn für ihren Unterricht entwickelt, fünf Sprecherinnen und Sprecher haben die Texte im Studio der Ems-Vechte-Welle in Nordhorn eingesprochen. Dazu hat die Bürgerstiftung ein Begleitbuch mit 104 Seiten herausgebracht.

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Ereignisse von Damals

Das Projekt digitalisiert historische Zeitungen und Zeitschriften, um sie online zugänglich zu machen. Lange Zeit wurden Zeitungen als unwichtiges Archivmaterial betrachtet, doch dank des Engagements von Archivaren und der Digitalisierungstechnologie sind diese Quellen nun leichter zugänglich und ermöglichen ein buntes Mosaik an Berichten und Meinungen zu regionalgeschichtlich interessanten Aspekten. Das Projekt lädt alle Interessierten ein, diese Zeitdokumente mit regionalem Bezug zu entdecken und zu lesen.

Zu den Zeitungs- und Zeitschriftenausschnitten

Galerie

Bei dem Projekt werden Kunstwerke mit regionalem Bezug auf der Website online zugänglich gemacht. Die Galerie bietet derzeit eine Zeichnung von Ruisdael, auf welcher die Burg Bentheim und die Bentheimer Westmühle zu sehen ist. Vielleicht ist dies die Grundlage für eine künftige, vielfältige Sammlung von Gemälden und Zeichnungen, die die reiche kulturelle Geschichte und die landschaftliche Schönheit unserer Region widerspiegeln. Besucher können bequem von zu Hause aus in die Welt der regionalen Kunst eintauchen und gleichzeitig das künstlerische Erbe unserer Gemeinschaft bewundern.

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(Land-)Karten

Die Bürgerstiftung Bad Bentheim hat ihre Webseite um historische Karten erweitert. Zu sehen sind vier Karten: von Joan Blaeu (1602), von Franz J. J. von Reilly (1791), die Reichskarte „281. Bentheim“ (1899) und aus dem Topographischen Atlas von A. W. Papen (Blatt 43 „Bentheim“, 1843). Die Karte aus dem Atlas für das Königreich Hannover und das Herzogtum Braunschweig hat ein Stifter im Archiv der US-Universität Stanford entdeckt. Sie lässt sich online verschieben und vergrößern und bietet interessante Einblicke in das Bentheim des 19. Jahrhunderts, einschließlich ungewöhnlicher Landschaftsmerkmale und gestalterischer Aspekte des Bentheimer Waldes.

Zu den (Land-)Karten

Ausblick

Wir haben regionalgeschichtliche Schriften allen zugänglich gemacht. Wir haben bereits mit einem Fotoarchiv begonnen, und zwar mit dem Erwerb von seltenen Glasplattennegativen mit Bentheim- und Gildehaus-Motiven. Aus diesen naturgemäß kleinen Anfängen soll ein umfängliches optisches Gedächtnis erwachsen. Wir denken auch darüber nach, das akustische Archiv weiterzuentwickeln: ausgewählte Rezitationen aus heimatgeschichtlich relevanten Werken auf Hoch- und Plattdeutsch, vorgetragen von „native speakern“.


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