Veröffentlichung „Symposium zur Errichtung des Batavia-Portals“


2024 erschien als zweiter Band der Reihe „Bentheimer Spuren“ das Buch „Symposium zur Eröffnung des Batavia-Portals am 7. Oktober 2023“. Es versammelt die Vorträge und Materialien des Symposiums und ordnet die Kolonialgeschichte des Portals ein.

Auf einen Blick

  • Zeitraum: Symposium am 7. Oktober 2023, 10 Uhr; Buch erschienen 2024
  • Ort: Forum des Burg-Gymnasiums Bad Bentheim; Bezug im Buchhandel und an mehreren Stellen vor Ort
  • Aufgabenfeld: Brauchtum und Heimat
  • Beteiligt: Bürgerstiftung Bad Bentheim, Universität Leiden, Heimatverein Grafschaft Bentheim e. V., Grafschafter Sparkassenstiftung, Stadt Bad Bentheim; herausgegeben von Helmut Schönrock und dem 2023 verstorbenen Dr. Helmut Bock
  • Förderung: Heimatverein Grafschaft Bentheim e. V. mit Mitteln des Landkreises Grafschaft Bentheim sowie die Grafschafter Sparkassenstiftung
  • Preis: 15 Euro
  • Stand: abgeschlossen, 2024

Worum geht es?

Das Batavia-Portal im Schlosspark ist ein Nachbau eines Sandsteinportals, das 1628 für die Festung Batavia (heute Jakarta) bestellt wurde und 1629 mit dem Schiff „Batavia“ vor Australien unterging. Der Sandstein stammte aus der Grafschaft Bentheim. Einzelne Stimmen hatten kritisiert, das Portal beschönige die Kolonialzeit. Die Bürgerstiftung wollte die Kolonialgeschichte des Projekts deshalb exakt einordnen und zog dafür Fachleute hinzu.

2022 nahm die Stiftung Kontakt zur Universität Leiden auf. Ein Student der Geschichtswissenschaft erstellte bis August 2022 einen ausführlichen Bericht über die koloniale Vergangenheit des Projekts. Ein Arbeitskreis unter Leitung von Dr. Helmut Bock setzte die Aufarbeitung fort und fand unter anderem die Namen von Grafschafter Bürgern, die 1633 im Dienst der Niederländischen Ostindien-Kompanie standen. Im Juni 2023 überreichte die Grafschafter Sparkassenstiftung einen Scheck für die Publikation zur Kolonialgeschichte des Portals.

Das Symposium am 7. Oktober 2023

Am Vorabend, am 6. Oktober 2023, gab es für die Vortragenden einen Empfang der Stadt Bad Bentheim im Marstall der Burg. Das Symposium selbst begann am Samstag, 7. Oktober 2023, um 10 Uhr im Forum des Burg-Gymnasiums. Acht Fachleute hielten Vorträge zum historischen und ästhetischen Hintergrund des Portals. Ziel war, neben anderen Aspekten zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Unterdrückung und Ausbeutung anzuregen. Gleichzeitig soll das Portal, wie es die indonesische Botschaft in ihrem Grußwort zur Eröffnung formulierte, ein „starkes Symbol der Verständigung von Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund“ sein.

  • Begrüßung und Einführung durch die Initiatoren: Wie kam die Stiftung auf die „verrückte“ Idee, das Portal nachzubauen?
  • Materialkundlicher Herkunftsnachweis für den Batavia-Sandstein (Fachmann aus Hannover)
  • Das geplante Stadttor von Batavia im Kontext des Kolonialismus des frühen 17. Jahrhunderts (Universität Leiden)
  • „Schweiß, Staub und Meeresgischt – der lange Weg des Steins nach Batavia“ (Professor aus Paderborn)
  • „Der Code des Batavia-Portals“, eine kunstgeschichtliche Einordnung (Helmut Schönrock)
  • „The Portal and its meaning to applied history“ (Universität Leiden)
  • „How German was the Dutch Empire in Asia?“ (Universität Leiden)
  • Jeremy Green, zugeschaltet aus Australien: Erkenntnisse des Western Australian Maritime Museum, dass die am Wrack entdeckten Sandsteine Teile des Portikus der Batavia waren, und Einblicke in die Bergung (simultan übersetzt)

Am Nachmittag desselben Tages wurde das Portal im Schlosspark eingeweiht, siehe Batavia-Portal im Bad Bentheimer Schlosspark eröffnet.

Das Buch

Der zweite Band der „Bentheimer Spuren“ dokumentiert das Symposium. Die Vorträge und Materialien wurden bearbeitet und teilweise übersetzt. Er enthält unter anderem den Beitrag zur kunstgeschichtlichen Einordnung der Batavia und einen Artikel von Jeremy Green, der von 1972 bis 1976 die Bergung der Bentheimer Sandsteine am Wrack des Schiffes leitete. Den Herausgebern war wichtig, unterschiedliche Perspektiven darzustellen.

Mitherausgeber Dr. Helmut Bock starb 2023. Der Geoingenieur hielt vor Jahren einen Vortrag über die Geschichte der Batavia, aus dem die Idee zum Nachbau entstand.

Was wurde erreicht?

Das Symposium und die Kolonialgeschichte des Portals sind jetzt in einem Buch nachlesbar. Es ergänzt den ersten Band über den Bau des Portals, siehe Veröffentlichung „Das Batavia-Portal“. Ein Gutachten des Landesamts für Bodenforschung in Hannover ergab außerdem, dass das Original-Portal, das vor Geraldton in Westaustralien geborgen wurde, aus Sandstein der Bad Bentheimer Steinbrüche besteht. Der Band kostet 15 Euro und war im örtlichen Buchhandel, bei der Bürgerstiftung, beim Heimatverein Grafschaft Bentheim, in der Tourist-Info, im Museum am Herrenberg und im Sandsteinmuseum in Bad Bentheim erhältlich.


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