Eine selbstgestellte Aufgabe der Bürgerstiftung Bad Bentheim ist die Aufarbeitung regionaler Geschichte.
Was die diesbezügliche Literatur angeht, ist das bereits in großem Umfang geleistet worden, nun beginnt die Verwirklichung eines weiteren Ziels: das regionale (plattdeutsche) Sprachtum zu fördern und zu erhalten.
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die plattdeutsche Sprache gewandelt, auch in der Grafschaft Bentheim. Aber die Frage der Unterschiede steht weit zurück hinter dem Bemühen, dasjenige aufzuzeichnen, was muttersprachliche Plattsnackerinnen und Plattsnacker heute noch vorlesen oder rezitieren können. Ob ein gedrucktes Buch früher oder später digitalisiert wird, ist unerheblich, solange das historische Exemplar verfügbar bleibt. Wenn aber diejenigen nicht mehr zur Verfügung stehen, die diese warme Sprache unangestrengt und auf natürliche Weise sprechen, dann ist es zu spät, und das wäre sehr schade: Plattdeutsch ist eine Sprache, die zu Herzen geht und in der z. B. Vieles ausgesprochen werden kann, was sich in Hochdeutsch nicht sagen lässt, ohne Ärger/Verdruss zu verursachen.
In loser Folge will die Bürgerstiftung daher den Versuch unternehmen, lohnende Werke, von engagierten Menschen vorgelesen, aufzuzeichnen und allgemein zugänglich zu machen. Mit dieser Arbeit verknüpfen wir die Hoffnung, dass sich immer mehr junge Menschen einfinden werden, die sich der plattdeutschen Sprache hingezogen fühlen, denn gerade sie können den Anschluss an die Gegenwart leisten. Die Veröffentlichung auf unserer Homepage ist ein Weg, alle Interessierten an diesem Bemühen teilhaben zu lassen.
Wir wünschen daher allen viel Freude beim Entdecken und ermuntern Sie, öfter in dieser Rubrik unserer Webseite nachzusehen, ob es schon etwas Neues gibt.
Dr. Horst Otto Müller, 2016
In der Audiothek
Die Audiothek gibt es seit 2016. Die Idee entstand bei der Vorstellung des Buches „Senioren erinnern sich“, bei der zwei Autoren ihre Geschichten selbst vorlasen. Die Stiftung wollte diese typische Grafschafter Aussprache festhalten.
Heddendorps Bernhard vertellt ut Gilhus
Bernhard Heddendorp aus Gildehaus hat 2016 die ersten Geschichten aus dem Buch „Senioren erinnern sich“ eingesprochen: „Sparfest bei Bremer“, „Das Kalb“ und „Der Storch am Hebammenhäuschen“. Zwei davon gibt es auch auf Plattdeutsch, jede dauert bis zu fünf Minuten.
Baumanns Hans vertellt ut Uelsen
Hans Baumann, aufgewachsen in Uelsen und viele Jahre Gymnasiallehrer in Bad Bentheim, erzählt Anekdoten aus Kindheit und Jugend. Seine Tochter hat sie aufgezeichnet. So ist auch das Niedergrafschafter Platt zu hören.
Plattdeutsch-Kurs
Anette Bardenhorst entwickelte den Kurs für ihren Unterricht. Fünf Sprecherinnen und Sprecher haben die 16 Lektionen ehrenamtlich im Studio der Ems-Vechte-Welle eingesprochen. Das Begleitbuch „Doar bis du platt!“ hat 104 Seiten. Die Emsländische Landschaft e. V. förderte den Kurs.
