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Das Schloß zu Bentheim. *)

Von Fr. Ewerbeck.

Es ist eine unleugbare Thatsache, dass man sich bislang in Deutschland trotz des grossen Interesses für die gesammte Baukunst des Mittelalters doch vorzugsweise dem Studium kirchlicher Bauwerke zugewandt hat und aus ihnen Regeln für die Architektur des Profanbaues abzuleiten sucht, anstatt hierfür die so vielseitig gestalteten Denkmale mittelalterlicher Profan-Architektur selbst zu erforschen. Und doch würde ganz gewiss ein eingehendes Studium unserer Schlösser und Burgen, sowie der zum Theil hochinteressanten Befestigungswerke unserer alten Städte, ihrer Rathhäuser, Stadtthore, Kaufhallen und der noch vielfach erhaltenen mittelalterlichen Wohnhäuser eine unerschöpfliche Quelle für den schaffenden Architekten werden können; es liegt in ihnen eine Fülle verwendbarer origineller Ideen, ein Schatz konstruktiver Lehren und technischer Kenntnisse, aus denen, trotz der vollständig anderen Bedingungen und der grossartig gesteigerten Bedürfnisse unseres Jahrhunderts, für die Architektur der Jetztzeit der grösste Nutzen zu ziehen ist.

Stehen auch vielleicht die in Deutschland noch vorhandenen Ueberreste dieser Art im Allgemeinen den französischen Bauten derselben Periode nach, so muss man eben bedenken, dass durch die schreckliche Geissel des dreissigjährigen Krieges zahllose Städte und Schlösser in Asche gelegt sind und dass auch die nachfolgenden barbarischen Verheerungen des französischen Königs Ludwig XIV uns vieler werthvollen Kunstschätze beraubt haben; so manche jener halbzertrümmerten Bauwerke wurden endlich später im Sinne der folgenden Jahrhunderte gänzlich umgestaltet und haben dadurch ihr Interesse verloren. Trotz alledem sind uns nicht wenige äusserst werthvolle Bauten aus dem Mittelalter erhalten, und es bedarf sicherlich nur einer eifrigen und fortgesetzten Forschung, um neben den längst bekannten, wenn auch immerhin noch nicht genug studierten und gewürdigten Monumenten eine ganze Reihe bisher fast unbekannter mittelalterlicher Profanbauten – Schlösser, Burgen und Wohnhäuser – ausfindig zu machen, die es nicht minder verdienen, nach allen Beziehungen untersucht und veröffentlicht zu werden.

Die noch erhaltenen Baulichkeiten des nachstehend beschriebenen SCHLOSSES ZU BENTHEIM gewähren uns allerdings nicht mehr ganz das Bild, welches uns eine noch vollständig erhaltene Burg mit allen ihren Vertheidigungswerken bieten würde, da die einzelnen Theile desselben aus sehr verschiedenen Jahrhunderten stammen und die Befestigungswerke namentlich, mit Ausnahme der grossen Thürme, schon der Zeit nach dem dreissigjährigen Kriege angehören; allein die Gesammtdisposition der ursprünglichen Anlage, welche trotz aller späteren Veränderungen doch fast überall noch zu erkennen ist, und die besondere Konstruktion der verschiedenen Theile des Schlosses bieten ein so mannichfaches Interesse, dass eine Mittheilung hierüber Vielen willkommen sein dürfte. –

 

GESCHICHTE DES SCHLOSSES.

Etwa eine Meile von der holländischen Gränze [sic!] entfernt, an den Marken des vormals deutschen Reiches, liegt auf den letzten Erhebungen des Osning, gleichsam auf einer Jura-Insel von mächtigen Sandsteinfelsen, in einer weiten, bis an die Nordsee reichenden Ebene das Schloss Bentheim, hoch über die Häuser des gleichnamigen Städtchens hinwegragend und schon von Weitem durch die grotesken Formen seiner altersgrauen Thürme, Mauern und Bastionen einen grossartigen, äusserst malerischen Anblick gewährend. Gerade westlich unter dem Schlosse hat die Fluth gleich der Porta Westphalica, freilich in kleinerem Maasstabe, durch den Felsenberg eine schmale Schlucht gerissen und romantisch gestaltete Felsen von mächtiger Höhe als Standarten und Wächter vor die imposante Burg hingestellt. – In einzelnen leisen, wellenförmigen Erhebungen verläuft der langgestreckte Osning vor der Gränze der Niederlande in eine unabsehbare Fläche nach Norden, Westen und Süden. –

Hier wohnte in der Vorzeit das Volk der Tubanten, die ihren Namen noch fortführen in den Bewohnern der Twente und Drenthe und ihr Haus „Heim“ hatten auf dem Kamme des Gebirges, von wo ab durch heilige Feuer zu den blutigen Menschenopfern und Kämpfen die Priester der Tanphana die Tubanten zusammen riefen. Ein noch auf der Burg sogenannter Heidentempel und der Fluch „Herrgott von Bentheim!“ der, weit über die Gauen Deutschlands gebräuchlich, gehört wird, giebt diesem Andenken Ausdruck. – Als die Römer vom Rheine und der Nordsee in die Niederlande eindrangen, die Yssel mit dem Rheine und Arnheim mit Duisburg durch einen Kanal, den noch so genannten Drususkanal, verbanden und die LONGI PONTES über das Burtanger Moor nach dem Hümling anlegten, um an die Ems und das Meer zu kommen, wählten sie als festesten Punkt der ganzen Umgegend die Höhe von Bentheim. Es ist kein Zweifel, dass hier Drusus Germanicus eine römische Station hatte, da in den früheren Zeiten mancherlei Gegenstände und namentlich römische Münzen bis auf den Kaiser Honorius herab hier gefunden wurden, welche, wie auch die LONGI PONTES in nicht weiter Ferne die dauernde Anwesenheit der Römer bestätigen. An den westlichen Felsblöcken finden sich

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*) Die eingefügten historischen Notizen dieses Aufsatzes verdanke ich der freundlichen Mittheilung des Herrn Regierungsraths DR. SCHÜSSLER zu Burg-Steinfurt.

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Inschriften, freilich aus späterer Zeit, die besagen, Drusus habe hier den Tubanten Gesetze gegeben und Recht gesprochen. Ein hochaufstarrender, alleinstehender Fels heisst noch jetzt „des Drusus Ohrkissen“ und die Drohung „dat die de Droes hale“ wird jetzt noch unter dem Volke gebraucht. Bauliche Rudera [sic!] aus dieser Zeit sind freilich nicht mehr auf und in der Nähe der Burg zu entdecken, sowie auch Nichts aus den Zeiten der Franken, die auf ihren Hin- und Herzügen diesen zwischen der Weser, Ems, Lippe, Yssel und dem Rheine belegenen Standort gewiss nicht unberücksichtigt gelassen haben. —

Später war die Burg ein fester Platz zur Deckung der bischöflichen Hauptkirchen Utrecht und Münster. Erst mit dem 10. Jahrhundert tritt urkundlich ein GRAF VON BENTHEIM, Wolfgang, auf, der 921 unter dem Könige Heinrich mit anderen westphälischen Dynasten im Tourniere zu Bonn ritt und Zeuge gewesen ist bei dem Vergleich, der mit dem fränkischen Könige Karl dem Einfältigen geschlossen wurde; 938 wohnte ein Graf von Bentheim dem Tourniere von Magdeburg bei. — Graf Otto von Bentheim, den der Fürst-Bischof Aldebord von Utrecht in einem Lehnsverzeichnisse nach den Grafen von Brabant und den Grafen von Holland, Geldern und Cleve als Burggraf zu Utrecht ernannt, war auf dem Tourniere zu Halle, und Johann I. ritt mit 46 andern Herzögen und Grafen auf dem Tourniere, welches der Herzog Ludolph zu Sachsen 1119 zu Göttingen abhalten liess. Aus dem Geschlechte der Herzöge von Brabant und Grafen von Holland stammen auch die Grafen von Bentheim und sind mit ihnen gleichen Ursprungs. Das Haus Brabant kam nach dem Aussterben der Thüringer Landgrafen in den Besitz der späteren hessischen Lande, die sich nach und nach aus den angränzenden Besitzungen vergrösserten.

Die verwandschaftlichen Verhältnisse zwischen den Grafen von Bentheim und Holland blieben noch eine lange Zeit die innigsten, theils durch die gegenseitigen Verheirathungen, theils durch das nahe Aneinander- und Ineinander-Liegen ihrer Länderbesitze, sowie durch die lange zwischen ihnen bestehenden Schutz- und Trutzbündnisse. Ja, als Otto Graf von Rheineck, der Pfalz und Bentheim, vermählt mit Gertrude aus dem welfischen und braunschweigischen Hause, ohne Leibeserben starb, folgte der zweite Sohn der Schwester Otto’s, welche mit Dietrich VI von Holland vermählt war, Otto III, in der Grafschaft Bentheim, während sein ältester Bruder Florens Graf von Holland und Balduin Bischof von Utrecht wurde. —

In dieser Zeit scheinen die ersten grösseren Bauten des Schlosses Bentheim angefangen und durch die folgenden Jahrhunderte fortgesetzt zu sein: denn die Macht der Grafen und die Ausdehnung ihres Länderbesitzes mehrte sich von da an bedeutend, so dass ihnen die Mittel zu Gebote standen, den mächtigen Unterbau des Schlosses aus lauter regelmässig behauenen Quadern aufzuführen, der noch bis auf die heutigen Tage allen Stürmen der Zeit getrotzt hat und Staunen über seine Grossartigkeit erregt. Auch die Bauweise der damaligen Zeit scheint sich in dem Schlosse auszudrücken, indem dasselbe Aehnlichkeit mit dem Schlosse Windsor (von Heinrich I. in den Jahren 1100—1135 erbaut) andeutet. *) Aus dieser Zeit stammen auch noch mancherlei Sagen; die damaligen Grafen von Bentheim nahmen an den Kreuzzügen Theil [sic!], und die Gräfin Sophie starb auf einer dritten Wallfahrt nach Jerusalem und erschien später als weisse Frau auf dem Schlosse zu Bentheim und verkündete dadurch das Absterben eines Familiengliedes. „Sie umschwebte fusslos die Burg in weisser Umhüllung; die sie sahen, erbleichten und trugen noch längere Zeit ihr bleiches Gesicht zum Zeichen, dass sie die weisse Frau gesehen hatten.“

Die Glanzperiode der Grafen von Bentheim fing mit Everwyn II. an, (circa 1490), welchen man den Reichen und Weisen nannte und der grossartige Bauten an der nördlichen Seite des Schlosses aufführte. Seine Gemahlin war eine Herzogin von Mecklenburg-Stargard, deren Wappen, ein Ochsenkopf, noch an der einen Fläche des Thurmes (n) zu sehen ist. Sein Nachfolger Arnold I., welcher auch die Grafschaft Steinfurt erbte und dem Bischof von Münster sein Bisthum von den Wiedertäufern zurückerobern half, begann die Reformation in seine Länder einzuführen. Arnolds Sohn und Nachfolger Everwyn III. erwarb durch seine Gemahlin Anna, Erbtochter des Grafen Konrad v. Tecklenburg und der Landgräfin Mechthild von Hessen, die Grafschaft Tecklenburg, verlor aber mehre andere Besitzungen durch Kaiser Karl V. wegen Theilnahme an dem Schmalkaldischen Bunde. Der einzige Sohn und Erbe EVERWYN’S III. war Graf Arnold II, der mit seiner Gemahlin Magdalena, der Erbin des Neuvenar’schen Dynastenhauses, die Grafschaft Limburg sammt der Herrschaft Alpen-Helfenstein, Lennep-Redbur und die Erbvogtei zu Cöln erwarb, so dass dadurch die Nach-

*) Nach den Profilirungen der ältesten Bautheile zu urtheilen, dürfte die Erbauungszeit jedoch etwas später fallen; (siehe weiter unten.)

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kommen wiederholt in gleiche Stammverwandtschaft mit dem preussischen Hause traten. Er vereinigte die Grafschaften Bentheim, Steinfurt, Tecklenburg, Limburg und die Niedergrafschaft Lingen mit den diesen anhängenden Herrlichkeiten und Besitzungen im deutschen Reiche und den Niederlanden nebst der Erbvogtei von Cöln. So mächtig war noch kein Graf von Bentheim und Steinfurt gewesen. Arnold II. führte in allen seinen Landen die reformirte Religion ein, theilte aber seinen Länderkomplex unter seine fünf Söhne, von denen die beiden jüngsten kinderlos starben, so dass nun die sämmtlichen Besitzungen in die drei Linien Bentheim, Tecklenburg und Steinfurt sich konsolidirten.

In dieser Periode stand auch das Schloss Bentheim in baulicher Beziehung in seinem grössten Umfange und seiner grössten Vollendung da. Es hatte drei grosse Thore, war ringsum geschlossen aufgebaut und muss den grossartigsten Anblick gewährt haben. — Wie aber die Grafen von Bentheim durch innere Familienzwiste und Streitigkeiten mit dem Bischöfe von Münster, Bernhard v. Galen, durch grössere oder geringere Theilnahme an dem dreissigjährigen, dem spanischen Erbfolge- und später dem siebenjährigen Kriege litten, so konnte auch das Schloss Bentheim als fester Punkt zwischen den Niederlanden und dem deutschen Reiche den mannichfaltigsten kriegerischen Angriffen und Verwüstungen nicht entgehen, und manche Bauten, anfangs beschädigt und sodann weggeräumt, nahmen der Burg die innere Geschlossenheit. Seitdem der Graf Carl Philipp im Jahre 1752 die Grafschaft an den Churfürsten von Hannover und König von England verpfändete und seinen Aufenthalt in Paris nahm, besetzte Hannover das Schloss als eine Festung mit Truppen. Im März 1793 belagerte ein französisches Corps unter dem General Vandamme das Schloss und beschoss dasselbe von Osten und Westen, nach welchen Zerstörungen man es in Ansehung der Oberbauten als eine Ruine betrachten konnte; auch die mächtigen Ringmauern und Thürme hatten vielfach gelitten. Der obere Theil des runden Thurmes (s) war abgeschossen, das grosse Kanzleigebäude (k) am inneren Thore abgebrannt, die alte Kronenburg (v), das in den siebenziger Jahren von den Landständen der Grafschaft geschmacklos gebaute Wohnhaus (q) auf der südlichen Terrasse arg beschädigt. — Das hannoversche Gouvernement übergab dies zerstörte Schloss nach dem im Jahre 1803 erfolgten Tode Carl Philipps dem Grafen Ludwig von Bentheim-Steinfurt als agnatischem Erben. — Diesem folgte 1817 Alexis, Fürst zu Bentheim und Steinfurt in der Regierung, der grosse Summen auf die Wiederherstellung des Schlosses in den Zustand, wie es jetzt erscheint, verwendete; von ihm wurde auch im Bentheimer mächtigen Eichenwalde das Schwefelbad angelegt. Er starb im November 1866. — Der jetzige Fürst, Ludwig, scheint seinem Vater in der regen Aufmerksamkeit, die er dem Schlosse zuwendet, nicht nachstehen zu wollen, damit dieser grandiose alte Rittersitz nicht durch seinen ferneren Ruin der Vergessenheit anheimfalle, sondern in seiner alten Herrlichkeit wiederhergestellt werde als ein hehres Ueberbleibsel aus dem grauen Alterthume, welches siebenundzwanzig der edelsten, mit den berühmtesten Geschlechtern des deutschen Reiches verwandten Dynasten über weite Länderstrecken herrschen sah. — Wenige der edelsten Geschlechter Deutschlands wohnen noch wie das Bentheim’sche nach tausend Jahren auf derselben Burg; hunderte von Stammgenossen nennt nur die Geschichte — Geschlechter und Burgen sind nicht mehr! —

 

DIE FRÜHERE UND GEGENWÄRTIGE GESTALTUNG DES SCHLOSSES.

In den Chroniken, welche uns über die Grafen von Bentheim berichten, finden sich nirgends Angaben über die Erbauung des Schlosses; die Gebäude selbst geben uns darüber ebensowenig sicheren Aufschluss, mit Ausnahme des grossen quadratischen Thurmes (n), welcher folgende Inschrift enthält:

„IN’T JAR UNSES HERRN MCCCCXVIII. WORT DEZE TON TOT BENTHEM ERBOWET DOOR DEN EDELEN JUNCKHERR EWERWYN, GRAVEN TO BENTHEM ET TECKLENBORG“, [sic!]

Hiernach ergiebt sich also, dass jener Thurm von dem Grafen Everwyn von Bentheim im Jahre 1418 erbaut ist. — Uebrigens gehören die Bauwerke des Schlosses ganz verschiedenen Zeitabschnitten an, wie schon aus ihrer äusseren Gestaltung hervorgeht.

Dem unter Fig. 1. mitgetheilten Grundrisse liegt im Wesentlichen eine alte Zeichnung zu Grunde, die den Zustand des Schlosses im Jahre 1713 darstellt. Die noch heute vorhandenen Baulichkeiten sind auf demselben SCHWARZ ANGEGEBEN, die aus dem Ende des vorigen und Anfang des jetzigen Jahrhunderts stammenden SCHRAFFIERT, die jetzt gar nicht mehr vorhandenen NUR DURCH LINIEN angedeutet worden.

An der Südseite, vom Orte her kommend, führt eine steil ansteigende gepflasterte Strasse zum Aussenthore (a), dessen innere Theile, den Profilirungen der Bögen nach zu schliessen, sehr alt sein müssen; dasselbe war früher

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mit einem erst in diesem Jahrhunderte fortgenommenen Fallgatter versehen und schloss den äusseren Schlosshof (A) und somit auch die ganze Burg, welche aussderdem nur noch 2 kleine Ausfallpforten (d und z) hat, nach Aussen hin ab. Immerfort steigend gelangte man zu dem jetzt nicht mehr vorhandenen mittleren Thore (e), zwischen welchem und dem inneren Schlosshofthore (g) wahr-

FIG. 1: Grundriss des Schlosses nach einer Zeichnung vom Jahre 1713.

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scheinlich ein Graben mit Zugbrücke existirte. Da das Terrain bis zum Thore g erheblich ansteigt, so bildeten die, in ihrer jetzigen Gestalt übrigens erst aus späterer Zeit, wahrscheinlich aus der Mitte des 17. Jahrhunderts stammenden, zum Aufstellen von kleinen Geschützen bestimmten krenelirten Mauern (f), welche in beträchtlicher Höhe das Terrain beherrschen, für die damalige Zeit schon eine wirksame Verteidigungslinie. Das steigende Terrain war den Vertheidigern der Burg auch insofern günstig, als sie den Feind, welcher sich vielleicht auf irgend eine Weise des äusseren Schlosshofes bemächtigt hatte, durch einen Ausfall aus dem inneren Burgthore mit grösserem Nachdruck wieder vertreiben konnten. –

Durch das innere Schlosshofthor (g), welches wahrscheinlich aus derselben Zeit stammt, wie die erwähnten Mauern (f), gelangt man in den inneren Schlosshof (B). Derselbe ist, wo ihn nicht Gebäude umgränzen, von hohen, zum Theil sehr dicken Mauern eingeschlossen, welche durch Treppen zugänglich sind, und deren Plate-Formen für Batterien bestimmt waren. Auch diese Mauern sind, wie aus den kleinen ausgekragten Thürmchen, deren eines die Jahreszahl 1666 trägt, hervorgeht, zum Theil neueren Datums. Indess treten uns hier und da noch einige Reste der älteren Umfassungsmauern entgegen, wie z. B. zwischen dem Thore g und der Kapelle i. Zu beiden Seiten des Thores g waren die Gebäude für die Thorwache, von denen nur das nördliche noch vorhanden ist; k war die Kanzlei, m eine Schmiede.

i war die ehemalige Schlosskapelle, eins der ältesten

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Bauwerke des Schlosses, deren Säulenkapitäle und Basen im unteren Geschoss des Thurmes, welches vordem durch ein Kreuzgewölbe mit vorliegenden kreisförmigen Diagonalrippen geschlossen war, noch romanische Formen später Bildung zeigen. – Uebrigens ist der vordere, grössere Raum der ehemaligen Kapelle gegenwärtig ganz kahl und ungegliedert, und lassen sich daraus nirgends Anhaltpunkte für die frühere Eintheilung und Ueberwölbung des Raumes gewinnen.

[Fortsetzung folgt in: Deutsche Bauzeitung, Jahrgang III. No. 28., Berlin, 8. Juni 1869]

 

FIG. 2. Ansicht des Schlosses von der Nordostseite.

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DAS SCHLOSS ZU BENTHEIM (Fortsetzung).

Wenden wir uns nun zur Linken, so fällt uns zunächst der grosse Thurm (n des Grundrisses) in’s Auge, welcher, sowie auch der weiter unten beschriebene runde Thurm s hauptsächlich zur Vertheidigung diente (siehe Figur 3). Er ist aus mächtigen, gut behauenen Quaderblöcken aufgeführt; die schlichten Mauermassen sind nach drei Seiten hin in den zwei oberen Geschossen durch Schiesscharten [sic!] unterbrochen; die dem Eingangsthore zugewandte Seite besitzt deren keine, doch ist wohl anzunehmen, dass auch sie früher damit versehen war, da die mittlere Fläche dieser Seite zu Anfang dieses Jahrhunderts restaurirt worden ist. Eine Zinnenbekrönung, welche auf ausgekragten Konsolen nebst Bogenfries ruht (ähnlich den unter Fig. 7 des runden Thurmes mitgetheilten), schliesst den Thurm nach oben hin ab; vier ausgekragte Eckthürmchen, in späterer Zeit leider mit zopfigen Hauben aus horizontal gelegten Quadern versehen, geben dem Bauwerk ein sehr charakteristisches Gepräge. — So viel von der äusseren Erscheinung des Thurmes.

Zur Kommunikation des Schlosshofes mit dem Innern des Thurmes dient die im Grundriss verzeichnete Treppe neben dem neuen Gebäude q, welche auf ein etwa 3,75m. (12′ Pr.) hohes Plateau (o) führt; eine zweite Treppe führt zur Plateform p, welche im Niveau des rings um den Schlosshof laufenden breiten Rundgangs auf der Höhe der inneren Umfassungsmauer liegt. Diesem gegenüber ist eine nach Aussen hin vorspringende Bastion errichtet, deren Höhe über dem angränzenden äusseren Terrain 14,20m. (45,24′ Pr.) beträgt. — Von diesem Plateau aus führt eine schmale Treppe in das Innere des Thurmes, welches drei Geschosse enthält, von denen der Fussboden des unteren, das im Ganzen 12,15m. (39,82′ Pr.) hoch ist, noch 5,07m. (16,15′ Pr.) unter dem Niveau des Schlosshofes liegt. Der oben erwähnte Eingang führt in das mittlere Geschoss, von wo aus man nur durch eine im Fussboden befindliche kreisrunde Oeffnung in das untere Geschoss gelangen kann, und zwar nur vermittelst Leitern; der quadratische Grundriss des letzteren ist 4,12m. (13,12′ Pr.) im Lichten weit; die Mauer hat hier die enorme Dicke von 5,09m. (16,20′ Pr.) Der Raum ist mit einem Tonnengewölbe überdeckt und besitzt keinen weiteren Ausgang als den obenerwähnten im Gewölbe; er diente daher wahrscheinlich zur Aufbewahrung von Kriegsmaterial und Vorräthen jeder Art. — Das mittlere Geschoss des Thurmes, ebenfalls durch ein Tonnengewölbe geschlossen, besitzt noch eine Mauerstärke von 4,65m. (14,80′ Pr.) und steht mit dem oberen Geschosse gegenwärtig durch eine Holztreppe in Verbindung. Vom obersten, 6,25m. (19,91′ Pr.) im Lichten weiten, mit einem Kreuzgewölbe überdeckten Geschosse gelangt man vermittelst einer steinernen Wendeltreppe in eins der ausgekragten Thürmchen, welches durch eine Thür mit dem Plateau des Thurmes in Verbindung steht; die drei anderen ausgekragten Thürmchen sind mit kreuzförmigen Schlitzen versehen, die für die Postirung von Armbrustschützen bestimmt waren. Die ganze Höhe des Thurmes über dem unmittelbar ausserhalb der Burgmauer liegenden Terrain beträgt etwa 30,20m. (96,22′ Pr.), da aber das Terrain von der Mauer ab noch steil abfällt, so beherrschte der Thurm seine Umgebung auf eine weite Entfernung und schützte zugleich die auf den Rundgängen postirten Vertheidiger.

Das im Grundriss mit q bezeichnete Gebäude ist neueren Datums und bietet wenig Interesse; wahrscheinlich ist es indess, dass sich hier früher ein bedeutender Gebäudekomplex erhob, vielleicht das eigentliche Herrenhaus, dessen Gestalt sich leider nicht mehr feststellen lässt. Von der Höhe dieser Umfassungsmauern, auf denen das Gebäude errichtet sein mochte, hier etwa 17,26m. (54,87′ Pr.), entrollt sich dem Auge nach Süden hin ein prachtvolles Panorama, und gewährte daher diese Seite des Schlosses wohl den imposantesten Anblick.

In Verbindung mit diesem Gebäude q steht der äusserst interessante runde Thurm s (siehe Fig. 4—9), dessen beide unteren Geschosse, von einzelnen Schlitzen durchbrochen, zur Vertheidigung bestimmt waren. Die enorm starken Mauern dieses Werkes, welche ebenfalls aus gut behauenen Quadern in regelmässigen Lagen aufgeführt sind, haben als Sockel und Fundament den gewachsenen Felsen, welcher in seinen unteren Schichten, der runden Form des Thurmes entsprechend, behauen ist. Das obere Thurmgeschoss kragt vermittelst eines durch Konsolen unterstützten Bogenfrieses um 0,25m. (9 1/2″ Pr.) nach Aussen hin vor und ist nach drei Seiten hin durch mächtige Erkerkonsolen von achteckiger Grundform unterbrochen, welche in ihrer ursprünglichen Anordnung, wie aus alten Abbildungen der Burg hervorgeht, wirkliche Erker trugen, deren Mauerwerk bis zum Hauptgesims hinaufgeführt, oben durch schlanke Helmspitzen abgedeckt war. Gegenwärtig tragen die Konsolen auf ihrer achteckigen Grundfläche Balkondeckplatten, welche von einer Renaissance-Balustrade umschlossen sind.

Das obere Geschoss des Thurmes, welcher, wie oben erzählt, in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts von den Franzosen abgeschossen und später wieder hergestellt wurde, hat erheblich schwächere Mauern, als die

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beiden unteren Stockwerke (1,16m. = 3,70′ Pr.) und ist jetzt in unschöner Weise durch diametral gestellte Wände in 6 oder 8 keilförmige Zimmer eingetheilt, in deren Mitte gewaltige Schornsteinröhren bis zur Helmspitze hinaufgeführt sind, oben in eine Art korinthischen Kapitäls [sic!] endigend. Wahrscheinlich bestand dies obere Geschoss früher aus einem einzigen mächtigen Saale von etwa 15m. (48′ Pr.) Durchmesser und war ebenfalls durch ein Gewölbe überdeckt. In der Mitte des Fussbodens befindet sich eine kreisrunde Oeffnung von ppt. 0,50m. (1,59′ Pr.), welche genau mit einer eben solchen Oeffnung im Fussboden des darunter liegenden Geschosses korrespondirt, so dass alle drei Geschosse des Thurmes auf diese Weise mit einander in Verbindung standen und Kriegsmaterial leicht nach oben oder unten geschafft werden konnte. Wegen der bei der Restauration gänzlich gestörten ursprünglichen Anlage des obersten Stockwerkes ist eine weitere Verbindung des letzteren mit den darunter liegenden Geschossen nicht mehr herauszufinden, doch ist anzunehmen, dass die im Grundriss gezeichnete Wendeltreppe den Verkehr vermittelte. Das mittlere Geschoss hat seinen Zugang durch eine kleine Treppe vom Hofe aus (siehe Fig. 5 und 8) und ist durch eine Art Kuppelgewölbe vermittelst Ueberkragung schräg und kreisförmig behauener Ringsteine geschlossen. Der Durchmesser des Raumes beträgt etwa 8,00m. (25,49′ Pr.), seine Mauerstärke 4,90m. (15,61 Pr.) Die Schiesscharten sind (wahrscheinlich in späterer Zeit) für Kanonen umgeändert; die Nischen sind oben mit Abzugskanälen für den Rauch der Geschütze versehen. Das untere Thurmgeschoss, dessen Fussboden ungefähr 5,45m. (17,36′ Pr.) unter dem Fussboden des Schlosshofes liegt, steht sowohl mit dem Hofe als auch mit der obenerwähnten Wendeltreppe, welche wahrscheinlich zum obersten Stockwerk des Thurmes führte, durch anderweitige Treppen in Verbindung; es besitzt 2 Schiesscharten und ist durch ein Kreuzgewölbe mit vortretenden achteckigen Rippen auf Konsolen überdeckt.

Das oberste Thurmgeschoss, dessen Fussboden in gleicher Höhe mit dem rings um den Schlosshof laufenden krenelirten Rundgang auf der Höhe der Umfassungsmauern liegt, steht durch letzteren auch mit der sogenannten Kronenburg (v) in Verbindung.

(Schluss folgt.)

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Schloss Bentheim.

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Fig. 3. Perspektivische Ansicht des Thurmes n von der S.-W. Seite. – Fig. 4. Perspektivische Ansicht des runden Thurmes s von der S.-W. Seite. – Fig. 5. Durchschnitt durch den runden Thurm s nach der Linie AA – BB. – Fig. 6. Detail des Gesimses b. – Fig. 7. Detail des Gesimses a. – Fig. 8. Grundriss des Thurmes s in der Höhe CC des Durchschnittes. – Fig. 9. Grundriss des Thurmes s in der Höhe DD des Durchschnittes.

 

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Das Schloss zu Bentheim. (Schluss.)

Die Kronenburg (siehe Fig. 10-16), welche nach dem Grundrissplane vom Jahre 1713 noch verschiedene andere Gebäude umfasste und mit einem vorliegenden Querbau (w) in Verbindung stand, enthielt wahrscheinlich die eigentlichen Repräsentations- und Festsäle. Leider zeigt gerade dieses Bauwerk die Spuren früherer Verwüstungen am Deutlichsten und ist auch mit Ausnahme des mittleren Querbaues im Innern so vollständig umgebaut, dass sich der ursprüngliche Zusammenhang der Säle schwer herausfinden lässt. Namentlich ist der linke Flügel derartig in Verfall gerathen, dass man nicht ohne Furcht die hohen Räume zu betreten wagt. Klaffende Spalten in dem übrigens sehr dicken Mauerwerk, halb eingestürzte Stuckdecken, durch einen Wald von Bäumen unterstützt, die an der Westseite um etwa 3 Fuss aus dem Loth gewichenen Mauern, zerbrochene Fensterkreuze u. s. w. kurz alle Theile dieses Flügels tragen die Spuren des ärgsten Verfalls an sich. Die fast 22,00m. (70,10′ Pr.) hohe vordere Giebelwand und ein Theil der Seitenwand dieses Gebäudes ruhen auf Spitzbogen-Arkaden, welche von achteckigen Pfeilern getragen werden, im Erdgeschoss vermuthlich eine offene Halle umschliessend. Die vordere Wand des Querbaues enthält unten eine spitzbogig geschlossene Eingangsthür und zwei ebenfalls spitzbogige Fenster, welche letzteren früher mit Maasswerk ausgestattet waren.

Aehnlich sind auch die darüber liegenden Fenster gestaltet, welche sich nach der oberen Halle hin (Fig. 12) öffnen; doch sind diese noch durch ein gothisches Gesims mit Säulenstellung dazwischen eingerahmt. — Im Erdgeschoss enthält der Mittelbau einen grossen, fast quadratischen Raum von ppt. 11,50m. (35,21′ Pr.) lichter Weite, welcher durch Thüren mit den beiden Flügelbauten und durch eine in der hinteren Mauer liegende Treppe mit dem oberen Geschoss in Verbindung stand. Eine alte Holzdecke, von mächtigen Trägern unterstützt, welche

 

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letztere auf dem in Figur 15 mitgetheilten Pfeiler ruhen, trennt die beiden Stockwerke von einander. Der Kamin in der nordwestlichen Ecke des Raumes scheint erst in späterer Zeit angelegt zu sein.

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Figur 3a. Durchschnitt durch den Befestigungsthurm n.

Die nördliche Wand, welche drei rundbogig geschlossene romanische Fenster und darüber zwei kreisförmige Fenster enthält, gehört jedenfalls mit dem darüber liegenden Mauerwerk des zweiten Geschosses der ältesten Bauperiode des ganzen Schlosses an (siehe Fig. 13). — Auf der im Mauerwerk der westlichen Umfassungswand liegenden, jetzt aber unpassirbaren Treppe gelangte man in den schon oben erwähnten, in den Fig. 10 u. 12 mitgetheilten Saal des zweiten Geschosses. Doch ist dies ohne Zweifel nicht die Hauptverbindungs-Treppe gewesen, sondern es ist anzunehmen, dass die im zweiten Stockwerk liegende bequeme Wendeltreppe bis ins Erdgeschoss hinabging, und dass die

 

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Fig. 13a Fenster im Erdgeschoss.

 

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Fig. 15a Kamin im Saale C.

 

gegenwärtige, im Durchschnitt sichtbare, direkt von aussen hinaufführende Treppe, deren Stufen übrigens auch Renaissance-Profile zeigen, ursprünglich nicht existirte. — Die Decke dieses Saales besteht aus vier gothischen Gewölben, deren Gurtbögen und Diagonalrippen tbeils auf einer mächtigen, achteckigen Säule in der Mitte des Raumes, theils auf Wandkonsolen ruhen (siehe Fig. 14). In der nordwestlichen Ecke befindet sich ein grosser Kamin, dessen Mantel in der Höhe der Wandkonsolen ein Gurtgesims trägt, auf dessen Mitte die Diagonalrippe der entsprechenden Felder in origineller Weise ihre Endigung findet (siehe Fig. 15a). Dieser Saal ist von allen Bauwerken des Schlosses wohl am besten erhalten, hat am wenigsten durch Aenderungen späterer Zeiten gelitten und imponirt durch seine stattlichen Verhältnisse. Eine Thür verbindet diesen Raum mit dem nördlichen Flügel der Kronenburg, welcher aber durch den aus neuerer Zeit datirenden inneren Umbau an Interesse verloren hat, obgleich ein kreisrundes romanisches Fenster im unteren Geschosse, sowie mehre vermauerte Bögen daselbst uns überzeugen, dass wir hier einen der ältesten Theile der Burg vor uns haben. – Die oben erwähnte Wendeltreppe des zweiten Geschosses führt in das dritte Geschoss des linken oder südlich belegenen Flügels und weiterhin auf den Dachboden.

 

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Fig. 16a Endigung der Spindel der Wendeltreppe.

 

Von den übrigen Bauwerken im inneren Schlosshofe verdienen noch das kleine Ausfallpförtchen (z), welches vermittelst einer durch ein achteckiges Zeltdach abgedeckten Wendeltreppe mit dem jetzt verschwundenen Gebäude w in Verbindung stand, sowie ein tiefer Brunnen (x) Erwähnung. Ausserdem befindet sich im Mittelbau der Kronenburg noch ein etwa 2,5m. (8′ Pr.) hohes, roh gearbeitetes steinernes Kreuz mit einer Christusfigur im langen, faltenlosen Gewände, dessen Ursprung in das Ende des eilften Jahrhunderts gesetzt werden dürfte.

[Es folgt ein Einschub mit einem anderen Artikel]

 

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Ueberblicken wir jetzt noch einmal die stattliche Gesammt-Anlage der ausgedehnten Burg, deren altersgraue, gar trotzig ausschauende Thürme, hohe Mauern und Bastionen das Bild einer grossen Vergangenheit in uns wach rufen, und vergegenwärtigen wir uns so viel wie möglich den Eindruck der jetzt nicht mehr vorhandenen Bauwerke, welche den umfangreichen Schlosshof umgaben, ergänzen im Gedanken Thore, Zugbrücken und Fallgatter und fassen wir zugleich die Lage des Schlosses auf der Höhe steil abfallender Felsen ins Auge, so sind wir einigermassen im Stande, uns die hervorragende Bedeutung dieses festen Punktes im Mittelalter vorzustellen und werden zugleich mit Bewunderung erfüllt über die Grossartigkeit der Werke, welche jene stolzen Grafengeschlechter errichtet haben.

 

F. EWERBECK.

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Schloss Bentheim.

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