Streu­obst­wie­se hat sich in Wohl­fühl­oa­se ver­wan­delt

Von André Part­mann

Die Nach­bar­schaft „Rund um die Müst“ hat nach einem Jahr ihre Streu­obst­wie­se ein­wei­hen kön­nen. Sie soll Treff­punkt für alle Gene­ra­tio­nen sein. Und auch Schul­kin­der sol­len dort etwas über die Natur ler­nen kön­nen.

Bad Bent­heim. Einst genutzt als „Hun­de­klo“, zukünf­tig eine Wohl­fühl­oa­se und Treff­punkt aller Gene­ra­tio­nen: Die brach­lie­gen­de Grün­flä­che am Erlen­weg in Bad Bent­heim hat Sonn­abend offi­zi­ell die Ver­wand­lung zur Streu­obst­wie­se voll­zo­gen. Bei einer Fei­er haben die Paten des Pro­jekts ihre Obst­bäu­me ein­ge­setzt.

Es ist ein knap­pes Jahr her, als Peter Wier­ing und Hob­by-Imker Henk Slot­mann sich mit den GN am Erlen­weg tra­fen. Damals stell­ten die Ver­tre­ter der Bogen­ge­mein­schaft „Rund um die Müst“ ihre Plä­ne vor, auf der Flä­che in Bad Bent­heim eine Streu­obst­wie­se mit Bie­nen­haus zu errich­ten. Der Grund: Die Wie­se ver­kam zum „Hun­de­klo“, nach­dem sie zuvor jah­re­lang als Spiel­platz gedient hat­te. „Doch die­sen Zustand woll­te nie­mand von der Bogen­ge­mein­schaft und Anwoh­nern hin­neh­men“, erklär­te Peter Wier­ing. „Es muss­te also etwas pas­sie­ren“.

Vor­ge­schich­te

Tat­säch­lich ist mehr pas­siert, als die meis­ten Betei­lig­ten im Vor­feld für mög­lich gehal­ten hat­ten. Auf der Wie­se ste­hen seit Sonn­abend 30 Obst­bäu­me und eine Lin­de. Fast 100 Nach­barn, Mit­glie­der der Bogen­ge­mein­schaft, Spon­so­ren, Hel­fer und Paten kamen zusam­men, um die vor­läu­fi­ge Fer­tig­stel­lung des Pro­jekts zu fei­ern.

Durch das ehren­amt­li­che Enga­ge­ment vie­ler Betei­lig­ter wur­de die Umset­zung erst mög­lich. Aus den ursprüng­lich ver­an­schlag­ten Kos­ten von 10.000 Euro wur­den am Ende knapp 30.000 Euro. „Das ein oder ande­re Mal muss­ten wir uns fra­gen, wie und ob die Sum­me über­haupt zu stem­men ist“, berich­te­te Wier­ing. „Aber das Pro­jekt traf zu jeder Zeit auf gro­ße Zustim­mung, sodass sich immer Lösun­gen erge­ben haben.“

Etli­che Spon­so­ren haben sich an der Finan­zie­rung betei­ligt. Das Vor­ha­ben pro­fi­tier­te von der För­de­rung der Nie­der­säch­si­schen Bin­go-Umwelt­stif­tung, die in Koope­ra­ti­on mit dem „BUND Nie­der­sach­sen“ Streu­obst­wie­sen unter­stützt. Die Burg­stadt sprang ein, als die Strom­aus­stat­tung auf dem Gelän­de eine Lücke ins Bud­get riss. Auch die Unter­neh­men RWE, Uren­co und die Bent­hei­mer Bür­ger­stif­tung sowie regio­na­le Fir­men und Pri­vat­leu­te konn­ten die Initia­to­ren für die „Streu­obst­wie­se“ begeis­tern.

Weni­ge Tage vor der Fei­er am Sonn­abend konn­te ein Unter­stand fer­tig­ge­stellt wer­den. Die Dach­kon­struk­ti­on, die einen alten Con­tai­ner der Bent­hei­mer Eisen­bahn umschließt, ermög­licht es, bei schlech­tem Wet­ter auf der Wie­se zu ver­wei­len.

Auch zwei Bie­nen­völ­ker haben auf dem Gelän­de eine neue Hei­mat gefun­den. „In den nächs­ten Wochen soll ein Drit­tes hin­zu­kom­men“, berich­te­te Wier­ing. Geplant ist, dass neben Natur­freun­den auch Schul­klas­sen und Kitas die Wie­se besu­chen. „Die Vor­aus­set­zung auf der Flä­che mit ihren Tie­ren und den Bäu­men sind für den Bio­lo­gie­un­ter­richt her­vor­ra­gend“.

Finan­zie­rung

Die ein­zel­nen Obst­bäu­me wur­den finan­ziert von Paten, die am Sonn­abend selbst zum Spa­ten grif­fen. „Wenn alles nach Plan läuft, gibt es schon im kom­men­den Jahr die ers­ten Früch­te“, erklärt Hei­ner Monn­inkhof, der die Flä­che ehren­amt­lich pflegt. Gepflanzt wur­den Äpfel‑, Bir­nen, Pflau­men- und Kirsch­bäu­me. „Eine Lin­de steht auf dem Gelän­de, da sie eine ande­re Blü­te­zeit hat und somit ide­al für Bie­nen­völ­ker ist“.

Bad Bent­heims Bür­ger­meis­ter Vol­ker Pan­nen zeig­te sich begeis­tert von der „neu­en“ Flä­che: „Das Pro­jekt ist ein Para­de­bei­spiel dafür, dass es sich lohnt, die Grün­flä­chen in der Stadt wei­ter zu erhal­ten“. Das Enga­ge­ment der Bogen­ge­mein­schaft und der Anwoh­ner sei vor­bild­haft.

In den kom­men­den Wochen ste­hen wei­te­re Pro­jek­te: Die Bogen­ge­mein­schaft „Rund um die Müst“ möch­te einen öffent­li­chen Boule­platz an der Glück­auf­stra­ße errich­ten. Auch die Begrü­nung der Dach­kon­struk­ti­on steht noch auf dem Pro­gramm. Ob noch wei­te­re Bäu­me gepflanzt wer­den kön­nen, ent­schei­det sich in den nächs­ten Wochen. Der „BUND“ gibt für sei­ne Pro­jekt­för­de­rung eine Gren­ze von 31 Bäu­men aus. „Es wäre aller­dings schön, wenn wir noch eini­ge Bäu­me mehr auf dem Gelän­de unter­brin­gen kön­nen“, sag­te Wier­ing.

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